Wolfgang Schäuble (CDU) war deswegen ein so guter Finanzminister, weil er tatsächlich unabhängig war von Karriereplanungen und parteipolitischen Rankünen. Er konnte finanzpolitischen Sachverstand walten lassen. Vielleicht bleibt er ja Minister. Das wäre gut.
Im Streit mit Deutsche Bank-Chef Fitschen hatte Schäuble gesagt (Claus Hulverscheidt SZ 7./8.12.13), im sechsten Jahr der Weltfinanzkrise seien Banken immer noch dabei, Regeln möglichst zu umgehen. Das fand Fitschen „unverantwortlich“ und „populistisch“. Da können wir sehen, was wir von Leuten zu halten haben, die bei den Banken angeblich eine „neue Kultur“ eingeführt haben.
Wolfgang Schäuble hat Recht. Wir kennen die Banken, die sich Diktatoren und Steuerhinterziehern andienen. Wir verurteilen, „wenn junge Schnösel in Hosenträgern Zinssätze manipulieren, Preise absprechen und gegen die eigenen Kunden wetten, wenn ‚Berater‘ ahnungslosen Senioren Zockerpapiere aufschwatzen, wenn durch die Verantwortungslosigkeit einer Branche ganze Staaten in die Knie gezwungen werden – dann kann nicht, dann muss die Politik so lange regulierend eingreifen, bis die Ursachen beseitigt sind.“