527: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

In den Koalitionsverhandlungen haben sich Union und SPD darauf geeinigt, dass im öffentlichen Dienst und in den 2.200 Betrieben mit Mitbestimmung die Tarifpartner per Gesetz „zum Abbau von Entgeltunterschieden“ verpflichtet werden (Robert Rossmann, SZ 11.11.13).

Die Verhandlungsführerin der Union Annette Widmann-Mauz sagte, die Koalition wolle die Ursachen für die ungleiche Entlohnung beseitigen. „Typische Frauenberufe, etwa in der Kinderbetreuung oder in der Pflege, sind noch immer schlecht bezahlt, obwohl sie für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft unverzichtbar sind.“ Für Manuela Schwesig von der SPD handelt es sich bei diesem Vorhaben um einen „Meilenstein für mehr Gleichstellung im Erwerbsleben“. Widmann-Mauz versprach, es werde kein neues Bürokratiemonster geben.

Dies ist sehr zu begrüßen.

Laut Statistischem Bundesamt verdienen Frauen im Schnitt 22 Prozent weniger als Männer. Bei dieser Angabe bleiben unberücksichtigt die Art und die Dauer der jeweiligen Tätigkeit. Bei identischen Berufen, Hierarchiestufen und Arbeitszeiten liegt die Differenz im einstelligen Bereich. Männer zieht es häufiger in gut bezahlte Branchen, während viele Frauen nach wie vor Berufe am unteren Ende der Gehaltsskala wählen. Frauen arbeiten mehr als Männer in Teilzeit oder in Minijobs. Meistens wegen der Erziehung ihrer Kinder.

Nach dem Willen von Union und SPD sollen Tarifkommissionen künftig gleich mit Frauen und Männern besetzt werden.

Unternehmen werden verpflichtet, „anonymisierte Entgeltberichte“ vorzulegen.

Das Kapital äußert sich wie erwartet. So die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA): „Ein Entgeltgleichheitsgesetz, weitere bürokratische Regulierung oder die verbindliche Einführung von Lohnmess-Instrumenten sind nicht erforderlich und belasten unnötig die Unternehmen.“ Die bestehenden Entgeltunterschiede seien „fast ausschließlich auf das unterschiedliche Berufswahlverhalten von Frauen, längere Erwerbsunterbrechungen und die häufigere Teilzeitarbeit in geringerem Stundenumfang zurückzuführen“.

Das Vorhaben der Koalitionäre zeigt, dass die Union eine Volkspartei ist.

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