2401: Judith Kerr gestorben

Im Alter von 95 Jahren ist die berühmte Kinderbuchautorin und -illustratorin Judith Kerr in London gestorben. Die Engländerin, eine scharfe Brexit-Gegnerin, war 1933 mit ihrer Familie aus Deutschland vor den Nazis geflohen. Darüber hat sie später das Buch „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ (1971) publiziert. Ihr Vater war der berühmte Theaterkritiker Alfred Kerr, der gleich bei der Machtübernahme nach Prag geflohen war. Ihr Haus musste die Familie im Grunewald zurücklassen. In die britische Literatur war Judith Kerr gekommen mit dem Buch „The tiger who came to tea“ (1968). Sie hatte bei der BBC gearbeitet. Zeit ihres öffentlichen Lebens stand Judith Kerr dafür, den deutschen Faschismus schonungslos zu kritisieren, ohne die Herkunftswelt ihrer Eltern im Berliner Westen zu verdammen (Lothar Müller, SZ 24.5.19).

Das haben wir lange Zeit gebraucht. Und wir brauchen es heute noch.

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