484: Die „deutsch-jüdische Symbiose“ im Kunstlied

Eleonore Büning (FAS 22.9.13) schreibt über den Musikkenner Marcel Reich-Ranicki: „Eine ‚deutsch-jüdische Symbiose‘, ob es die je gegeben habe, sei fraglich, aber im romantischen deutschen Kunstlied gebe es sie sehr wohl, nämlich in den Liedern, die der Deutsche Robert Schumann (der Antisemit war, aber das sagt er nicht) nach Gedichten des Juden (und Emigranten) Heinrich Heine geschrieben habe. Diese Text-Musik-Verbindung sei wirklich symbiotisch. Denn: Im romantischen Klavierlied sind Text und Musik gleichberechtigte Partner. Das unterordnende Wort ‚Begleitung‘ für das, was das Klavier dabei tut, sei natürlich (’natürlich!‘) das völlig falsche Wort.“

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