1941: Wilhelm Furtwängler – ein Opportunist ?

Der Komponist und Star-Dirgent Wilhelm Furtwängler (1886-1954) blieb 1933-1945 in Deutschland und machte Karriere. An seiner hohen Befähigung gibt es im Grunde keinen Zweifel. Insbesondere als Dirgent hat er entscheidende Akzente gesetzt. Aber er musste sich politisch auf Kompromisse einlassen, die moralisch kaum zu rechtfertigen waren. Das trägt ihm bis heute Ablehnung und Skepsis ein. In der frühen Bundesrepublik allerdings schien Furtwängler rehabilitiert.

Hermann Göring hatte Furtwängler neben anderen Angehörigen der Elite zum Staatsrat ernannt. Vgl.

Helmut Lethen: Die Staatsräte. Elite im Dritten Reich: Gründgens, Furtwängler, Sauerbruch, Schmitt. Berlin (Rowohlt) 2018, 351 S.

Insbesondere S. 191 ff. und S.201 ff. Das Buch erzählt vom Opportunismus der Befähigten.

Ich erinnere mich gut an Filmseminare meines Instituts. Im Kapitel NS-Wochenschau tauchte ein Beispiel auf, in dem Wilhelm Furtwängler 1942 zur Erhöhung der Wehrkraft ein Kraft-durch-Freude-Konzert mit den Berliner Philharmonikern vor Arbeiterinnen und Arbeitern der AEG dirigierte.

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