Volker Weidermann lobt in der FAS (18.8.13) den neuen Roman von Clemens Meyer „Im Stein“ (S. Fischer), 555 S., 22,99 Euro. Der Roman Meyers, der 2008 den Preis der Leipziger Buchmesse erhielt, handelt von der Prostitution in Deutschland. Er geht über Luden, Wohnungsvermieter, Kunden, Kinder, die Hells Angels, Könige der Nacht. Meyer muss dafür energisch recherchiert haben. Wahrscheinlich gibt es in Deutschland eine Million Prostituierte, wovon 95 Prozent Frauen sind.
Weidermann lobt an Meyers Roman „diese extreme, authentische Körperlichkeit, das scheinbar Unbehauene, Direkte, kombiniert mit einem großen literarischen Traditionsbewusstsein, einer großen Bewunderung älterer Autoren“. Meyers Vorbild sei Wolfgang Hilbig. Insbesondere sein Roman „Ich“.
Meyer ist stets der Mann klarer Worte. So sagt er z.B. über die deutsche Gegenwartsliteratur: „Kunst muss weh tun. Literatur muss weh tun. Sonst ist es doch nichts wert. Ich weiß ja auch nicht, wieso alle diese leicht konsumierbare Kehlmann-Literatur lesen. Bücher zum Durchblättern und Vergessen.“