1885: Katarina Witt hat Donald Trump nicht angerufen.

Die mehrfache Eiskunstlauf-Olympiasiegerin und -Weltmeisterin aus der DDR, Katarina Witt, geb. 1965, ist zum sechsten Mal als Expertin für Eiskunstlauf bei den Olympischen Spielen. Claudius Seidl hat sie für die FAS (18.2.18) interviewt.

FAS: Sie engagieren sich .. für eine Kampagne der Deutschen Welle (DW), in der es um „Diversity“ geht, um Vielfalt also. Hat das auch etwas mit dem Sport zu tun?

Witt: Es hat damit zu tun, dass ich das Privileg hatte zu reisen, die DDR zu verlassen. Ich bin immer gern zurückgekommen, zu meiner Familie. Aber wenn ich unterwegs war, habe ich das als Gewinn gesehen: Menschen, die anders aussehen, eine andere Sprache sprechen, vielleicht eine andere Hautfarbe haben. Und die mir freundlich entgegentreten.

FAS: Dem Palast der Republik weinen Sie keine Träne nach?

Witt: Als es losging, fand ich es nicht in Ordnung, ich dachte: Wenn es nur um Asbest ginge, müsste man sehr viel im Westen auch niederreißen. Heute finde ich, man soll nach vorne schauen, nicht an jedem alten Lampenladen festhalten. …

FAS: Man erzählt sich, Donald Trump sei Ihnen zu nahe getreten.

Witt: Ich saß bei ihm im Büro, es ging um Geschäfte, ob er sich an einem Projekt beteiligt, aus dem dann doch nichts geworden ist. Er gab mir seine Telefonnummer. Das war irgendwann in den frühen Neunzigern.

FAS: Und Sie haben ihn angerufen?

Witt: Natürlich nicht. Später, bei meiner Show im Madison Square Garden, habe ich ihn wiedergesehen. Er hatte mir zuvor schon Blumen aufs Zimmer geschickt, Lilien, ich hasse Lilien. Wir standen da herum, eine Journalistin, drei, vier Frauen. Und Trump kommt dazu und sagt: Sie sind die einzige Frau, der ich meine private Nummer gegeben habe – und die nie angerufen hat. Ich sagte: Irgendwer muss ja mal den Anfang machen. …

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