Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat von der Kölner Silvesternacht 2015 bis zum Fall Anis Amri Fehler über Fehler gemacht. Er ist aber immer noch im Amt, weil er wohl als starker Mann im Kabinett von Hannelore Kraft (SPD) bis zur Landtagswahl noch gebraucht wird. Der politische Gegner, CDU-Landeschef Armin Laschet, bezeichnet ihn als „Sicherheitsrisiko“.
Jäger reagiert in der Regel schnell, neigt zu rhetorischer Aggression und tritt manchmal energisch nach. So im Fall Frank-Jürgen Weise, als dieser zum Chef des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge bestimmt worden war. Das schadet Jäger nun. Auf dem schwierigen Feld der Migrations- und Flüchtlingspolitik können wir uns so schwache Minister wie Ralf Jäger nicht leisten (Fabian Klask, Die Zeit 30.3.17; Jan Bielicki, SZ 31.3.17).