Oswald Metzger war bei den Grünen, nun ist er bei der CDU. Guido Bohsem hat ihn für die SZ nach Steuern befragt (16.5.13).
SZ: Herr Metzger, Sie waren fast zwanzig Jahre bei den Grünen, Sie sind im Streit gegangen und nun stellvertretender Bundesvorsitzender der Mittelstandsvereinigung der Union. Wie bewerten Sie die Steuerpläne der Grünen?
Metzger: Sie sind fatal. Die Grünen haben eine solche Steuer- und Abgabenorgie beschlossen, dass man an der politischen Klugheit der handelnden Personen zweifeln kann. Viele der gut verdienenden Facharbeiter und Freiberufler, die zuletzt in Baden-Württemberg Winfried Kretschmann zum Ministerpräsidenten gewählt haben, werden sich abwenden.
SZ: Die Grünen wollen mit den höheren Steuereinnahmen auch die öffentlichen Haushalte konsolidieren. Das war doch auch immer ihr Ziel. Warum so kritisch?
Metzger: Die Grünen arbeiten nach der Methode Wolkenkuckucksheim. Was sie vorhaben, funktioniert einfach nicht. Es ist unmöglich, öffentliche Haushalte auf Dauer zu konsolidieren, wenn sie bei den Menschen die Erwartungen wecken, dass es immer mehr Transferleistungen geben wird – wie eine Kindergrundsicherung oder höheres Hartz IV. Auf Dauer entstehen genau durch solche Pläne immer wieder neue Defizite, und der Staat steht am Ende schlechter da, nämlich mit viel zu hohen Steuern und Milliardenlöchern in den Etats.