1478: Ski-Weltmeisterin moralisch daneben

Marit Björgen, 37, Norwegen, ist die beste Ski-Langläuferin aller Zeiten. Sie hat bei Nordischen Weltmeisterschaften insgesamt 23 Medaillen gewonnen, darunter 15 goldene (vgl. hier 1358). Nun hat sie ihren Weltmeistertitel über 15 km ihrer Landsfrau Theres Johaug gewidmet. Diese ist gerade 13 Monate wegen Dopings gesperrt. Klarer kann moralische Verkommenheit nicht demonstriert werden.

Bei Johaug war im Oktober 2016 das Steroid Clostebol entdeckt worden. Angeblich aus einer Lippen-Creme. Die Schuld übernahm Teamarzt Fredrik Bendiksen, der inzwischen zurückgetreten ist. Die „elegante“, die norwegische Lösung.

Martin Johnsrud Sundby, der in Lahti gerade Silber im Skiathlon gewonnen hat, war im Sommer für zwei Monate gesperrt, weil er die Obergrenze für ein Astmamittel überschritten hatte, für das er eine Sondergenehmigung der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada hatte.

Die Tageszeitung „Aftenposten“ und der Fernsehsender TV2 deckten nun auf, dass die norwegische Juniorenmannschaft wie Sundby einen „Vernebler“ benutzte, obwohl die Athleten gar nicht unter Asthma litten. Ein „Vernebler“ hat den Effekt, dass sich ein Vielfaches der Wirkstoffmenge verwenden lässt, jedoch nur ein Zehntel davon im Körper nachweisbar ist.

Norwegens Ski-Sportchef Vidar Loefshus rechtfertigte den Einsatz von Asthmamittel-Verneblern: „Es kann einerseits als Asthma-Medizin definiert und andererseits legal benutzt werden, um Atemwege zu behandeln, damit die Athleten ihr Bestes geben können.“ (Volker Kreisl, SZ 27.2.17)

Ja, liebe Norweger, dann vernebelt mal schön!

Gute Nacht, fairer Sport!

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