Angesichts der Wirkung, welche die Gedichte Paul Celans (1920-1970) auf die Lyrik des späten 20. Jahrhunderts ausübten, ist es „geradezu grotesk“, dass Celan 1966 nicht den Literaturnobelpreis erhielt. Der Preis sollte in jenem Jahr zu gleichen Teilen Nelly Sachs und Paul Celan verliehen werden. Das Nobelpreis-Komitee war in Bezug auf Celan nicht davon zu überzeugen, „dass seine Arbeiten einen solchen Rang verdienen“. 1964 hatte es zu Celan noch geheißen, er könne keinen Anspruch auf diese hohe Auszeichnung beanspruchen. 1966 standen Graham Greene und W.H. Auden auf den Plätzen drei und vier der Kandidatenliste, Samuel Beckett auf Platz fünf. Er bekam den Preis immerhin 1969, Greene und Auden bekamen ihn gar nicht (Thomas Steinfeld, SZ 4.1.17).
Ebenso wie Philipp Roth!