1312: Oliver Stone verdammt den Krieg.

Der 1946 geborene US-Erfolgs- und -Skandal-Regisseur Oliver Stone bewirbt gerade in Deutschland seinen neuen Film „Snowden“, in dem er Edward Snowden feiert. Stone ist dreimal mit dem Oscar als bester Regisseur ausgezeichnet worden. Seine Filme provozieren und spalten das Publikum. Er hat viele sehenswerte Filme gemacht, von denen einige aber zu pompös, selbstgewiss und im Argument bisweilen pampig sind. Ganz wie der Regisseur selbst:

Platoon 1986,

Wall Street 1987,

Talk Radio 1988,

Geboren am 4. Juli 1989,

JFK 1991,

Natural Born Killers 1994,

Nixon 1995,

World Trade Center 2006,

Snowden 2016.

Der Vietnamkriegs-Veteran Stone ist ein scharfer Kritiker der US-Gesellschaft. Auch an Hillary Clinton lässt er kaum ein gutes Haar. Er wurde von David Steinitz und Tobias Kniebe für die SZ (10./11.9.16) interviewt:

SZ: Was regt Sie am meisten auf?

Stone: Dass wir Krieg führen. Weil für mich, seit ich als Soldat in Vietnam gekämpft habe, Krieg das Schlimmste ist. Und die Massenüberwachung durch die Geheimdienste, die Edward Snowden aufgedeckt hat, ist für mich ebenfalls Krieg – nur eben ein Krieg mit anderen Mitteln. Krieg gegen die eigene Bevölkkerung. Krieg um mehr Macht. Dagegen müssen wir uns wehren, das ist das drängendste Thema unserer Zeit. Und ich denke oft, dass zum Beispiel die Deutschen all diese Dinge besser verstehen als die Amerikaner.

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