Henryk M. Broder gehört zu den besten deutschen Journalisten. Konflikten weicht er nicht aus. Manchmal scheint er sie zu suchen. Er scheut nicht davor zurück, über Autos zu schreiben. Seit den siebziger Jahren sind seine Hauptgegner die Linken und die Antisemiten. In unnachahmlicher Weise enttarnt er die als Antizionisten getarnten Antisemiten. In den achtziger Jahren wurde es für ihn so ungemütlich in Deutschland, dass er für zehn Jahre nach Israel übersiedelte. Zum Glück kam er mit der deutschen Vereinigung zurück. Er kennt Israel heute noch sehr gut und hält sich häufig dort auf.
Broder ist in Kattowice geboren und kam 1958 mit seinen Eltern, Auschwitz-Überlebenden, nach Deutschland. Er studierte Rechtswissenschaften, Soziologie und Volkswirtschaft und gelangte schnell in den Journalismus. Zuerst zu den „St. Pauli Nachrichten“, wo er früh Stefan Aust kennenlernte, der jetzt bei der „Welt“ wieder sein Chef ist. Broder hat für viele führende Blätter geschrieben, den „Spiegel“, den „Tagesspiegel“, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. (Michael Hanfeld, FAZ 20.8.16, Leon de Winter, „Die Welt“ 20.8.16) Viele halten ihn für einen Workoholic, der auch noch sehr viele gut lesbare Bücher geschrieben hat. Besonders erfolgreich: „Linke Tabus“, „Der ewige Antisemit“ und „Hurra, wir kapitulieren!“.
Mit dem aus Ägypten stammenden Autor Hamed Abdel-Samad hat Broder kürzlich im Fernsehen „Entweder Broder – Die Deutschland Safari“ gemacht, eine Reihe mit vielen ungewöhnlichen Erkenntnissen, unverwechselbar. Auch im Institut in Göttingen hat uns Broder häufig durch seinen Witz und seinen Einfallsreichtum bereichert und belehrt. Herzlichen Dank dafür.