Das russische Staatsdoping treibt den Weltsport in eine neue tiefe Krise. Dazu schreibt Claudio Catuogno in der SZ (20.7.16):
„Deshalb ist es auch nur die halbe Wahrheit, dass die Russen das olympische Kerngeschäft beschädigt haben. Sie haben es auf die Spitze getrieben. Und sich dabei erwischen lassen.
Betrug, Mauschelei und Korruption
gehören längst zum olympischen Kerngeschäft. Das Anti-Doping-System ist ein Publikums-Beruhigung-System, das nicht funktioniert. Und Fairplay und Weltfriede sind die Marketing-Lügen die alles schön weichzeichnen.“
Zur Durchführung schreibt Catuogno: „Ein verstecktes Loch in der Wand des Anti-Doping-Labors. Dahinter ein Agent des Geheimdienstes, offiziell akkreditiert als Kanal-Ingenieur. Draußen in den Wettkampfarenen gehen für ein paar Stunden die Flutlichter aus. Und hier, in einem geheimen Labor-Trakt, beginnt ein Wettkampf der anderen Art: Urinfläschchen werden geöffnet, ohne die Siegel zu beschädigen, positive Dopingproben werden weggeschüttet, stattdessen kommen vorher eingelagerte und katalogisierte Körpersäfte aus der Urin-Bank in die Röhrchen.
Willkommen bei den Pipi-Panschern von Sotschi. …
Im Sportministerium wurde der Betrug geplant und überwacht, Mediziner entwickelten die Doping-Cocktails, Geheimdienstler die nötigen Verschleierungstechniken.“