Landtagsabgeordnete aus Baden-Württemberg der CDU, der SPD und der Grünen beschweren sich über den Antisemitismus des AfD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon. Der ist seit Jahren bekannt. Geschehen ist aber noch nichts. Vielmehr versichert der stellvertretende Bundesvorsitzende Jörg Meuthen Gedeon seines Respekts und seiner Wertschätzung. Dagegen waren Gedeons Wortbeiträge auf den Parteitagen in Kirchheim/Teck 2014 und Karlsruhe 2015 bei manchen Delegierten gefürchtet.
Gedeon hat zwei Bücher geschrieben:
1. Der grüne Kommunismus und die Dikatatur der Minderheiten und
2. Christlich-europäische Leitkultur. Die Herausforderung Europas durch Säkularismus, Zionismus und Islam.
In dem ersten gibt es antisemitische und islamfeindliche Äußerungen und den Versuch, den Holocaust zu relativieren. „Als sich im 20. Jahrhundert das politische Machtzentrum von Europa in die USA verlagerte, wurde der Judaismus in seiner säkular-zionistischen Form sogar zu einem entscheidenden Wirk- und Machtfaktor westlicher Politik. (…) Der vormals innere geistige Feind des Abendlandes stellt jetzt im Westen einen dominierenden Machtfaktor dar, und der vormals äußere Feind des Abendlandes, der Islam, hat via Massenzuwanderung die trennenden Grenzen überrannt, ist weit in die westlichen Gesellschaften eingedrungen und gestaltet diese in vielfacher Weise um.“
„Weltbedeutung hat das Judentum heute nicht direkt durch seine Religion, sondern im Wesentlichen indirekt, nämlich durch Judaisierung der christlichen Religion und Zionisierung des westlichen Politik.“
Anstoß nimmt Gedeon an der historischen Aufarbeitung der Geschichte des Nationalsozialismus in Deutschland. „Dass ein Volk auf dem größten Platz seiner Hauptstadt ein riesiges Denkmal zur Erinnerung an gewisse Schandtaten seiner Geschichte errichtet, ist dagegen selten, wenn nicht einzigartig. Das Schlimmste daran ist: Die meisten Deutschen finden das ganz normal.“
Gedeon verabscheut die politische Philosophin
Hannah Arendt (1906-1975),
die von Winfried Kretschmann geschätzt und häufig zitiert wird.
Der wissenschaftliche Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Peter Steinbach, kommt nach der Lektüre von Gedeons Aussagen zu einem eindeutigen Urteil: „Gedeon argumentiert offen rassistisch, völkisch, antisemitisch und erinnert in vielen seiner Assoziationen und Thesen an nationalsozialistische Vorstellungen.“
Die Vorwürfe sollen von Jörg Meuthen, der in Baden-Württemberg sowohl den Landesverband als auch die Fraktion führt, „sorgfältig geprüft“ werden. (Justus Bender/Rüdiger Soldt, FAZ 4.6.16)
Kann der das ?