Der Tod Margot Honeckers in Chile hat relativ hohe Wellen geschlagen. Die 1927 in Halle geborene Margot Feist wurde Erich Honeckers dritte Ehefrau und von 1963 bis 1989
Ministerin für Volksbildung
der DDR. In dieser Funktion war sie sehr wichtig und ist deswegen verantwortlich für die zahlreichen Verwerfungen und Simplifizierungen im Denken der aus der DDR stammenden Menschen, von denen einige noch heute zu spüren sind. Ihre Macht hatte sie sich selbst im SED-Apparat erworben, nicht etwa ihrem Mann zu verdanken.
Margot Honecker war dafür verantwortlich, dass am Ende der DDR die meisten Menschen über das Bildungssystem der DDR nur noch mit Verachtung und Hass sprachen. Sie selbst blieb von ihrer Politik bis zum Ende überzeugt. Als Ministerin war Margot Honecker neben Günter Mittag (Sozialpolitik) und Erich Mielke (Geheimpolizei) eine der Stützen der Macht ihres Mannes. Im Bildungssystem gab es Formen der Dressur und der Einübung in Rituale. Lebenschancen wurden willkürlich zugeteilt. Es gab Zwangadoptionen, die Zurichtung von Jugendlichen in Werkhöfen, Schikanen gegen Gläubige und die
Einführung des Wehrunterrichts.
Alles Weitere findet sich in Freya Kliers zornigem Buch
„Lüg Vaterland“.
1989/90 traf Margot Honecker stärkerer Hass als Erich Honecker (Jens Bisky, SZ 10.5.16).