Roland Preuss hat die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kamp-Karrenbauer über Bildungspolitik interviewt (SZ 11.2.13).
SZ: Was spricht gegen weitgehend einheitliche Abituraufgaben, Lehrpläne, Schulbücher oder die gegenseitige Anerkennung staatlicher Lehrer-Abschlüsse?
K.-K.: Nichts spricht dagegen. Das sage ich auch aus unserer Erfahrung im Saarland heraus. Wir haben bei uns in den Schulen seit langem einheitliche Abschlussprüfungen, und zwar nicht nur im Abitur, sondern für alle bis hin zum Hauptschulabschluss. …
SZ: Die Aufhebung des Kooperationsverbots im Grundgesetz ist vorerst gescheitert. Steht dahinter der Egoismus reicher Länder, die Schulen und Hochschulen noch gut ohne Bundeshilfe finanzieren können, gegenüber finanzschwächeren Ländern wie das Saarland?
K.-K.: Ich sehe die Gefahr der Kleinstaaterei, erst mal unabhängig von der Frage, wie dies mit den Finanzbeziehungen zusammenhängt. Wenn wir international wettbewerbsfähig sein wollen in der Bildung, dann geht es nicht nur um die Wettbewerbsfähigkeit bayerischer oder Hamburger Schüler. Es geht ums Ganze – und die Verantwortung dafür tragen alle Länder und der Bund gemeinsam.
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SZ: Fürchten Sie da nicht um die letzte Kernkompetenz der Länder?
K.-K.: Nein, vorausgesetzt, diese Zusammenarbeit geschieht auf Augenhöhe und mit dem Respekt von Zuständigkeiten. In der Vergangenheit funktionierte das nicht, als die SPD-Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn einseitig erklärte, sie gebe den Ländern nur Geld für das von ihr favorisierte Ziel der Ganztagsschulen. Das ist Arroganz der Zentrale.