1. Nach einer aktuellen Untersuchung von Carsten Reinemann, Professor für Kommunikationswissenschaft an der LMU München, geht das Vertrauen in die Massenmedien (Presse, Radio, Fernsehen) keineswegs zurück (SZ 11.2.16).
2. Gering ist das Vertrauen bei einer kleinen, sehr radikalen Gruppe.
3. In den einschlägigen Gesetzen wird von den Massenmedien verlangt, dass die europäische Integration gefördert wird und dass die Menschenwürde geachtet bleibt.
4. Je mehr Medienfreiheiten in einem Staat gewährleistet werden, desto höher ist das Misstrauen gegenüber den Massenmedien.
5. Durch das Internet und die Social Media werden stärker radikale Positionen vertreten.
6. Das Misstrauen ist bei denen groß (z.B. bei Teilen des Immobilienkapitals), die annehmen, dass ihre persönlichen Interessen nicht gewahrt werden.
7. Die relativ geringe Stärke rechtsextremer Parteien und Gruppierungen in Deutschland wurde zeitweilig mit der Existenz der „Bild“-Zeitung begründet, die sich in der Flüchtlingsfrage aber für die Migration positioniert hat.
8. Zu den „Grenzschließern“ zählen neue Medien wie „Compact“, Online-Portale wie „Kopp“ und „Politically Incorrect“ und zum Teil Presseorgane wie „Focus“, „Junge Freiheit“ und „Cicero“. Dort verkündet u.a. der ehemalige Sannyasin und „deutsche Herrendenker“ Peter Sloterdijk: „Wir haben das Lob der Grenze nicht gelernt.“ (Micha Brumlik, taz 2.2.16; Aram Lintzel, taz 9.2.16; Herfried Münkler, Die Zeit 11.2.16)
9. Viele Menschen hatten bis vor kurzem den Eindruck, in unserer Gesellschaft seien alle ziemlich gleich, nun müssen wir lernen, dass es eine große Vielfalt der Meinungen gibt.
10. Das ist für uns kein Grund, uns alle an den rechten Rand der Gesellschaft zu bewegen.
Der Liberale Carl Christian von Weizsäcker sagt: „Die vollkommen freie Bewegung von Gütern, Produktionsfaktoren, Geld und, am allerwichtigsten überhaupt, Menschen ist ein wesentlicher Bestandteil der traditionellen libertären Philosophie.“ (Ulf Poschardt, Die Welt 30.1.16).