Wir versuchen zu verstehen, warum in Osteuropa (und Ostmitteleuropa) die Fremdenfeindlichkeit so stark ist, obwohl dort nur wenig Ausländer leben. Gemeint sind die Staaten
Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien (alle EU-Mitglieder).
1. Die Staaten sind „verspätete Nationen“, weil sie zur Zeit der Aufklärung erst im Werden waren.
2. Es fehlt an politischer Bildung, wo früher kommunistische Propaganda herrschte.
3. Der Wert der Menschenrechte muss erst erkannt werden.
4. Das Böse wird auf den „imperialistischen Westen“ projiziert.
6. Der dort verbreitete Antisemitismus wird als Antikapitalismus, Antiimperialismus, Antiamerikanismus, Antizionismus getarnt.
7. Der Vorkriegs-Antisemitismus wird auf das „imperialistische“ Israel projiziert.
8. Viele Menschen empfinden sich als Opfer der Wende vom Kommunismus zur Freiheit um 1990.
9. Der Untergang der „Nation“ wird befürchtet.
10. Universalismus und Individualismus, die im Westen hochgeschätzt werden, sind dort Angstbegriffe.
Die politische Kultur in den folgenden Staaten ist ähnlich strukturiert: Slowenien, Kroatien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Mazedonien, Albanien.