Angesichts der sich zuspitzenden DFB-Krise stellen Anno Hecker, Michael Ashelm und Christoph Becker von der FAS (25.10.15) acht Forderungen an den DFB.
1. Rücktritt Niersbach
Er war an der „treuwidrigen Rückzahlung“ 2005 („Zuschuss Kulturprogramm“) beteiligt. Intern hat er im DFB forschen lassen, obwohl er als OK-Vizepräsident selbst Gegenstand der Untersuchung sein müsste. Er ist wie Franz Beckbauer nicht mehr geeignet, eine politische Unterstützung für die Fußball-EM 2024 zu gewinnen.
2. Das Wohl des DFB
Die DFB-Amateure können für die in Rede stehenden Vorgänge nichts. Auch die DFL unter der Führung von Reinhard Rauball ist nicht direkt involviert. Trotzdem müssen beide mit die Folgen tragen.
3. Sofort zum Kadi
„Netzer bestreitet, gegenüber Zwanziger von der Bestechung asiatischer Fifa-Funktionäre gesprochen zu haben, als er nach der Verwendung der 6,7 Millionen Euro gefragt wurde.“
4. Geld zurück
Der DFB hat alle Anspruchsgrundlagen zu prüfen, wie er wieder an die 6,7 Millionen Euro kommt. „Angesichts der allenfalls ansatzweise aufgedeckten Zahlungsvorgänge in den Jahren 2000 (Darstellung Zwanziger) und 2002 (Darstellung Niersbach) und 2004/2005 erscheint völlig offen, gegen wen sich mögliche Ansprüche noch richten könnten: Beckenbauer, Niersbach, Schmidt, Zwanziger, Mohammed bin Hammam, Joseph Blatter? Die Liste der womöglich in Betracht kommenden Personen ist schon in der vergangenen Woche Tag für Tag länger geworden.“
5, Beckenbauer muss reden.
„Wahrscheinlich hält er es wie der Kanzler der Einheit. Die Quellen für die schwarze Kasse der CDU hat Helmut Kohl bis heute nicht genannt.“
6. Her mit der Wahrheit
Wolfgang Niersbach und der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily (SPD), der den Bund im dem damaligen OK-Aufsichtsrat vertrat, widersprechen sich beim Zahlungsvorgang der 6,7 Millionen Euro.
7. Aktiv im Reformprozess
Es gibt im Fußball allenfalls eine Handvoll Nationalverbände, die Uefa und Fifa saubere und nachvollziehbare Strukturen geben können, der DFB sollte dazugehören. Gegenwärtig kandidiert (noch hinter den Kulissen) der bahreinische Scheich Salman al Khalifa für das Amt des Fifa-Präsidenten.
8. Vorwärts mit neuer Struktur
„Der DFB braucht eine interne Compliance- und eine Ethikkommission wie die Fifa, die mit unabhängigen, nicht weisungsgebundenen Personen besetzt werden.“ „Dass die jeweiligen Anti-Korruptions-Beauftragten beim DFB zugleich hohe Funktionäre in den Landesverbänden waren, ist grotesk.“ „Die Vergütungen der Funktionäre auch aus anderen Tätigkeiten im Fußball, zum Beispiel bei den internationalen Verbänden, müssen offengelegt werden, um Interessenkonflikte nachvollziehen zu können.“