Die Angst vor Russland hat einst schon die Osteuropäer (Estland, Lettland, Litauen, Polen etc.) in die Arme der NATO getrieben. Nun führt
Putins Angriff auf die Ukraine
dazu, dass selbst in Schweden und Finnland die Zahl der Parteien und der Menschen zunimmt, die einen Beitritt zur NATO wünschen. In Schweden haben einige wichtige Parteien ihre bisherige Ablehnung aufgegeben. Das heißt nicht, dass beide Länder demnächst Mitglieder der Allianz werden, aber die Bedrohungslage und das Bedrohungsgefühl in Europa haben sich geändert.
„Und es gehört schon eine ganze Menge bedrohliches Gehabe dazu, um zwei so bedächtige Staaten wie Schweden und Finnland, die auf eine lange, stolze Tradition der Neutralität und Selbstverteidigung zurückschauen, die den gesamten kalten Krieg außerhalb der NATO verbracht haben, derart aufzuschrecken, dass sie nun ernsthaft daran denken, unter den Schutzschirm zu schlüpfen.
Und der Kreml und seine Apologeten werden nun wieder die Schuld der NATO zuschieben. Das Bündnis, so klagen sie gerne, rücke mutwillig an die Grenzen Russlands heran. Das Beispiel Schweden freilich zeigt: Der Vorwurf stimmt nicht, weder für Ost- noch für Nordeuropa.“ (Hubert Wetzel, SZ 16.9.15)