1016: Sport definiert Frau und Mann.

Bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2009 in Berlin trat „sie“ zum ersten Mal auf. Caster Semenya aus Südafrika. Damals 18 jahre alt, drahtig, burschikos mit tiefer Stimme. Sie gewann die 800 m in 1:55,45 Minuten. Vor dem Finale war vom Internationalen Leichtathletik-Verband (IAAF) ihr Geschlecht untersucht worden. Semenya erschien nicht zur Pressekonferenz. Und die Welt rätselte, ob sie nun Frau oder Mann sei.

Danach wurden vom IAAF per Testosteronspiegel Grenzen zwischen Frauen und Männern festgelegt. Bei 10 Nanomol pro Liter Blut. Athleten, bei denen man vermutete, dass sie diesen Wert überschritten oder unterschritten hatten, mussten sich fortan untersuchen lassen. Wer durch den Test fiel, dem wurde zu einer Hormonbehandlung geraten. Der IAAF betonte, dies beruhe auf starkem Konsens in der Wissenschaft.

Manche Wissenschaftler halten die Regel für „idiotisch“. Auch in der Natur überlappten sich die Geschlechter immer wieder. Jede Grenzziehung zwischen Frauen und Männern sei infolgedessen willkürlich (JKN, SZ 27.8.15).

Meinetwegen.

Es stört mich auch nicht, dass bei Jonathan Franzen sechs „Geschlechter“ durchs Netz geistern, bei Judith Butler neun, in anderen Darstellungen sogar 66. Wunderbar. Allerdings hilft das dem Sport nicht. Denn bei ihm soll ja bei Frauen und Männern

Chancengerechtigkeit

herrschen. Da ist eine Definition erforderlich, was männlich oder weiblich ist. Sonst starten bald mehr als zwei Geschlechter.

Von mir aus.

 

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