1015: Das ungeheuerliche Senzow-Urteil verweist auf das Ende der Putin-Ära.

In der Ära Putin sind manche Dinge wiedergekehrt wie die Willkürjustiz und Schauprozesse. Es ist wie ein Rückfall in die Zeiten der Sowjetunion (UdSSR). Das zeigen

die Inhaftierung Michail Chodorkowskis,

der Pussy Riot-Prozess und

der Bolotnaja-Prozess gegen Demonstranten gegen die dritte Amtszeit Wladimir Putins.

Und doch gibt es einen zentralen Unterschied, auf den Julian Hans (SZ 27.8.15) hinweist in seinem Kommentar des ungeheuerlichen Senzow-Urteils. Der Regisseur Oleg Senzow wurde zu

20 Jahren Straflager

verurteilt. Er war als Gegner der Krim-Annexion durch Russland politisch aufgetreten.

Für Hans verweist das Urteil schon auf das

Ende der Ära Putin.

Denn während die Sowjetunion „auf die Ewigkeit“ ausgelegt war, ist das Putin-System nur auf eine Person an der Spitze zugeschnitten, Wladimir Putin. Und die dürfte in 20 Jahren nicht mehr an der Macht sein.

„Ob der Bruch morgen kommt, in zehn Jahren oder später: Russland wird dann vor einem gewaltigen Trümmerhaufen stehen, politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Die Wunden bei Ukrainern und Russen werden auch in zwanzig Jahren noch nicht verheilt sein. Dazu wird die Bürde kommen, das Unrecht aus Prozessen wie diesem aufzuarbeiten; und ein langer Weg, um die Menschen von der Lüge zu entgiften, die ihnen das Fernsehen täglich in großen Dosen verabreicht.“

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