271: Der grüne Strom ist nicht alleine schuld an den Preiserhöhungen.

Es liegt auf der Hand, dass diejenigen, die noch am alten Energiesystem verdienen wollten, nun die beschlossene Energiewende mit allen Mitteln behindern. Z.B. durch Preiserhöhungen und Drohmeldungen. Wir erinnern uns, dass CDU und CSU ein Jahr vor dem Wendebeschluss noch beschlossen hatten, die Laufzeit von Atomkraftwerken zu verlängern. Nun soll die grüne Energie für die am 15. Oktober kommenden Preiserhöhungen verantwortlich gemacht werden. Aber das ist falsch. Am 9.10.12 hatte der Chef der Bundesnetzagentur Jochen Homann in einem Interview mit der SZ erst erklärt, wie die absehbaren Preiserhöhungen zustande kommen. Und dass einiges noch nicht bekannt ist. Die Ökostrom-Umlage hatte er mit über 5 Cent beziffert.

Gut 20 Milliarden Euro zahlen die Deutschen 2013 für die Förderung umweltfreundlicher Energie. So viel wie nie zuvor (Markus Balser, SZ, 10.10.12). Konzerne klagen über die Kosten des Umbaus. Verbände sagen den Verlust von vielen Arbeitsplätzen voraus. Und Politiker warnen, dass sozial Schwache ihre Energierechnung nicht mehr bezahlen können. Tatsächlich muss hier vorgebeugt werden. Aber machen wir uns auch klar, wer die Strompreise festlegt, dass Kraftwerke und Stromnetze fehlen. Die bekommen wir nicht zum Nulltarif.

Das Anwachsen des Strompreises hat nichts mit dem beschleunigten Ausstieg aus der Atomenergie zu tun. Seit der Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahr 2000 ist der Strompreis für Privathaushalte von damals 15 Cent auf 26 Cent gestiegen. Der Ausbau erneuerbarer Energien steht gerade mal für die Hälfte des Strompreis-Anstiegs. Andere Gründe sind etwa die gestiegenen Brennstoffkosten für Gas oder Kohle.

Auch erzeugt der gewachsene Grünstrom-Anteil nicht nur Preissteigerungen, sondern trägt auch zur Senkung bei. Denn je mehr Strom aus Windparks und Solaranlagen in die Haushalte fließt, desto stärker fallen die Großhandelspreise an der Strombörse. Kohle- und Gaskraftwerke werden stillgelegt. Die Verbraucher spüren davon bisher nichts, weil die Energieversorger zwar die Erhöhungen an den Kunden weitergeben, aber nicht die Preisnachlässe. Außerdem sind viele der größten Stromverbraucher, Industrieunternehmen nämlich, von der Ökostrom-Finanzierung befreit. Das mag politisch gewollt sein, trägt aber jedenfalls zur Preissteigerung für den Endverbraucher bei. Die Anteile der Großunternehmen müssen kleinere Unternehmen und Privathaushalte übernehmen. So kommt eine klare Berechnung zustande.

One Response to “271: Der grüne Strom ist nicht alleine schuld an den Preiserhöhungen.”

  1. BriReM sagt:

    Jetzt bin ich angemeldet und freue mich über diesen Beitrag!!

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