Seit 1889 wird das deutsche Galopp-Derby in Hamburg-Horn gelaufen. Kommt es nun nach München? Das Direktorium für Vollblutzucht und Rennen stellt diese Erwägung zur Zeit durchaus an. Die Austragung des Rennens ist deutschlandweit ausgeschrieben. Der geschäftsführende Vorstand des Direktoriums Andreas Tiedtke: „Nachdem in Hamburg seit Jahren das Zuschauerinteresse für unsere wichtigste Veranstaltung rückläufig ist, suchen wir mit der Ausschreibung neue Denkanstöße und Konzepte.“ Neben München, dessen Rennverein schon sein Interesse bekundet hat, kommen auch Baden-Baden und Berlin-Hoppegarten in Frage.
Der Präsident des Hamburger Renn-Clubs Eugen-Andreas Wahler ist empört. So seien in Hamburg die Wettumsätze deutlich höher als in München oder Köln. Wenn das Derby einmal weg sei, „dann ist das hier tot“. Dann sei auch die vom Hamburger Senat geplante neue Doppelrennbahn für Galopp und Trab hinfällig. Wer das Derby künftig austragen will, muss eine Garantie für drei Jahre vorlegen. Denn der Galoppsport steckt in Deutschland seit Jahren in der Krise.
Der Präsident des Münchener Rennvereins Dietrich von Boetticher ist optimistisch. „Wir sind der Meinung, dass wir sehr günstige Bedingungen anbieten können.“ Schließlich habe man nach einhelliger Meinung das beste Geläuf. „Wir wurden vom Direktorium ausdrücklich um einen Bewerbung gebeten.“ Allerdings werde man nicht mit Hamburg in einen Wettbewerb um jeden Preis eintreten, sondern dem Traditionsstandort den Vortritt lassen, wenn der Verband es so wünsche. Bis Mitte August 2012 müssen die Interessenten ihren Hut in den Ring werfen. Mitte Oktober soll die Entscheidung fallen.