Die Linke tut sich schwer damit, ein Phänomen wie Pegida politisch zu verarbeiten (Constanze von Bullion, SZ 21.1.15). Dafür gibt es Gründe, und es lassen sich Verbindungen zeigen.
1. Viele Menschen aus den neuen Bundesländermn fühlen sich als Verlierer der Vereinigung Deutschlands (Gregor Gysi).
Das ist begründet, heißt aber nicht, dass dafür die Menschen aus den alten Bundesländern verantwortlich sind, wenn etwa ein Mediziner in der DDR nicht annähernd das verdient hat wie in der Bundesrepublik.
2. Die „Demütigungen“ aus der Nachwendezeit wirken nach (Katja Kipping).
3. Die Linke hat sich nach 1990 bemüht, viele NVA- oder Stasi-Offiziere davon abzuhalten, zu den Republikanern überzugehen (Petra Pau).
4. Viele Pegida-Leute sind dabei, wenn es gegen Frauenrechte und gegen die Gleichstellung von Homosexuellen geht, also gegen „den Westen“.
5. Pegida unterstützt Wladimir Putin in seinem Kampf gegen „den Westen“.
6. Wer in der DDR permanent der Partei- und Staatspropaganda ausgesetzt war, benutzt nun eher den Begriff der „Lügenpresse“. Damit verbindet sich leichter Antiamerikanismus und Antisemitismus.
7. Viele Pegida-Leute haben noch nicht begriffen, dass es für politische Entscheidungen keine letzte Instanz (z.B. Angela Merkel) gibt, sondern dass wir alles selbst entscheiden müssen.
8. Zehntausende von Linken-Wählern sind bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen zur AfD gegangen.