210: Bundespräsident Gauck zur Bundeswehr

Politisch war und ist die Bundeswehr immer noch ein schwieriger Gegenstand. Das hat uns der Rücktritt von Horst Köhler 2010 gezeigt. Nun hat der neue Bundespräsident Joachim Gauck anlässlich seines Antrittsbesuchs bei der Armee in der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg seine Perspektive formuliert. Für ihn wäre Pazifismus keine Antwort gewesen auf den Totalitarismus des real existierenden Sozialismus. In der Sicht von Joachim Gauck hat die Abschreckung im kalten Krieg jahrzehntelang den Frieden gesichert.

Gaucks Kernsatz: „Gewalt, auch militärische Gewalt, wird immer auch ein Übel bleiben. Aber sie kann – solange wir in der Welt leben, in der wir leben – notwendig und sinnvoll sein, um ihrerseits Gewalt zu überwinden.“

Damit stellt sich Gauck gegen die Friedens-Denkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) von 2007, in der Gewalt immer eine Sünde ist. Danach kann es keine guten Gründe geben, mit Gewalt zu drohen oder sie einzusetzen.

Für mich hat Joachim Gauck in der Tat kurz und treffend den Sinn von Gewalt und den Zweck der Bundeswehr bestimmt. Aber das wird ihm weitere Ablehnung auf der politischen Linken und insbesondere bei den Pazifisten eintragen. Hoffentlich wird daraus kein Hass.

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