Serbien hat traditionell gute Beziehungen zu Russland. Das liegt einmal an der in beiden Staaten vorherrschenden griechisch-orthodoxen Religion. In der Geschichte waren Russland und Serbien häufig Bündnispartner. Serbien hat die Loslösung des Kosovo niemals akzeptiert, die zum Schutz der Muslime dort vorgenommen wurde. Darin wird es von Moskau nach wie vor unterstützt. Gegen die EU. Serbien hängt am Gashahn des russischen Gazprom-Konzerns und am Ölhahn des russischen Lukoil-Konzerns. Trotzdem ist es Beitritts-Kandidat der EU. Der Nachbar Bulgarien, der ebenfalls im Fokus russischen Interesses steht, ist bereits EU-Mitglied.
Serbien ist es nicht gelungen, Kredite aus Moskau zu erhalten. Oder die zollfreie Einfuhr der in Serbien produzierten Fiat-Autos nach Russland, des größten Exportartikels des Landes. Von 2007 bis 2013 hat Serbien Russland Waren im Werte von vier Milliarden Euro geliefert, in die EU im gleichen Zeitraum aber für 33 Milliarden exportiert. Die Investitionen aus EU-Staaten überstiegen die aus Russland um das Vierfache. Brüssel und Washington gewährten Serbien seit 2000 über vier Milliarden kostenlose Hilfen. Und Serbien hat im Juli 2014 trotz Drucks aus Moskau nicht mit dem Bau der South Stream-Pipeline begonnen, mit der Russland beim Export in die EU die Ukraine umgehen will (Florian Hassel, SZ 18.11.14).