Nach längerem Hin- und Her hat „Die Linke“ Beate Klarsfeld als Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten/der Bundespräsidentin nominiert. Offensichtlich eine kluge Wahl. Aber die Frau, die 1968 auf einem CDU-Parteitag den damaligen Bundeskanzler und ehemaligen Nazi Kurt Georg Kiesinger ohrfeigte und dann für Jahrzehnte gemeinsam mit ihrem Mann Serge Klarsfeld Nazis in aller Welt jagte, muss heute den Deutschen erst einmal wieder bekannt gemacht werden. Sie ist eine 73 Jahre alte unabhängige Kandidatin, die sich von niemand etwas sagen lässt. Und sie ist für manche Überraschung gut. Z.B. als sie auf der Pressekonferenz zu ihrer Vorstellung mit Gregor Gysi in Berlin erklärt, dass sie in Frankreich im Präsidentschaftswahlkampf, „das sage ich offen“, den Präsidenten Nicolas Sarkozy unterstützt.
„Seit mehr als einem halben Jahrhunderthabe ich versucht, eine exemplarische Deutsche zu sein und Deutschland zu ändern.“ Nun bekommt sie auch in Deutschland die Anerkennung, die ihr anderswo, in Frankreich, in Israel in den USA, sowieso zuteil wird. „Ich liebe Amerika und ich liebe Israel! Das wissen die von den Linken. Ich werde wegen der Kandidatur auch nicht meine Meinung ändern.“ Die 1939 als als Beate Künzel, eine deutsche Christin, zur Welt gekommene Klarsfeld hält daran fest, dass 1968 für die deutsche Jugend erklärt werden musste, dass sie sich gegen einen Nazi an der Spitze des Staates auflehnte. Eine 68erin war Klarsfeld trotzdem nicht. Seither war sie in vielen Teilen der Welt daran beteiligt, dass Nazis entdeckt, festgenommen und verurteilt wurden. Das steht allen von uns Deutschen gut zu Gesicht. Klarsfeld hat zur Aufklärung über
Kurt Lischka,
Walter Rauff,
Alois Brunner,
Josef Mengele
und Klaus Barbie, den „Schlächter von Lyon“,
beigetragen. Ein Ruhmesblatt, das mit Ehrungen in einigen Ländern ausgezeichnet worden ist. Erst 2011 wurde bestätigt, dass Walter Rauff und Klaus Barbie BND-Mitarbeiter waren. In Deutschland hat Beate Klarsfeld 2009 den Georg-Elser-Preis erhalten, aber bisher nicht das Bundesverdienstkreuz. Ihre Autobiografie erschien in Frankreich, Großbritannien und Israel, hat aber in Deutschland noch keinen Verleger gefunden. Das kann sich noch ändern. Und vielleicht verleiht ihr ja der Bundespräsident Joachim Gauck das Bundesverdienstkreuz.