Der Streit um die Schuld am Ersten Weltkrieg (1914-1918) ist noch nicht zu Ende. Nachdem sich am 25.8. der Historiker Dominik Geppert in der SZ zu Wort gemeldet hatte, kommt nun noch einmal Heinrich August Winkler („Der lange Weg nach Westen“ 2000) zu Wort (SZ 29.8.14).
„Geppert verweist zu Recht auf die vielen Auslöser des Ersten Weltkriegs. Aber die russische und die französische Kriegspartei (und, soweit es eine britische Kriegspartei gab, auch diese) wären nicht zum Zuge gekommen, wenn nicht Österreich-Ungarn auf das Attentat von Sarajevo erst mit einem Ultimatum und dann der Kriegserklärung an Serbien geantwortet hätte. Und das Habsburgerreich konnte das nur tun, weil ihm das Deutsche Reich zuvor einen Blankoscheck ausgestellt hatte. Diese Ermächtigung war der entscheidende Beitrag zur Krisenverschärfung. Deswegen sprechen die meisten Historiker nach wie vor von einer Hauptverantwortung der beiden Mittelmächte, Deutschland und Österreich-Ungarn, für die Auslösung des Ersten Weltkriegs.“