650: Robin Williams ist tot.

Robin Williams ist tot. Er war einer der Großen Hollywooods. Und er hat über den Tellerrand Hollywoods hinausgeschaut. Robin Williams hat sich das Leben genommen. Er verkörperte den Glauben an die Macht der Fantasie und Unbeirrbarkeit. In Filmen wie „Der Club der toten Dichter“, „Garp und wie er die Welt sah“ und „Good Will Hunting“ hatte er große Auftritte. Bertram Eisenhauer (FAS 17.8.14) hat nun herausgearbeitet, dass es für ihn eine Szene in

„Good Morning, Vietnam“

war, in der am besten zum Ausdruck kommt, was Robin Williams auch persönlich ausmachte. Dem Armee-DJ Adrian Cronauer (Williams) wird gekündigt. Als er danach das Büro des Sergeants verlässt, dreht er sich noch einmal um und sagt: „You know, you’re in more dire need of a blowjob than any white man in history.“

„Williams‘ Imagination schien in Kaskaden zu explodieren, denen man als Zuschauer nicht immer in allen Einzelheiten folgen, die man nur noch atemlos bestaunen konnte. Er war in der Lage, sich innerhalb weniger Minuten durch mehrere Figuren hindurchzuarbeiten, von einer schwarzen Matrone über einen indischen Kellner bis zu einem Rabbi, von betrunkenen Schotten über hochnäsige Briten bis zu hochnäsigeren Franzosen, inklusive aller erforderlichen Akzente. ‚Er war ein Wahnsinniger, vor dem man sich hätte fürchten müssen‘, schrieb Sarah Larson in einem Nachruf für den ‚New Yorker‘. ‚Er war wie ein Freudsches Es, dem man freien Lauf gibt, wie ein Kind, wie wir selbst, wenn wir völlig verrückt sein dürfen.'“

In seinen Bühnenskows und Fernsehauftritten verwandelte sich Robin Williams in ein Maschinengewehrfeuer der freien Assoziation.

„Es muss eine brutal einsame Existenz sein, dieses Dasein als Bühnenkomiker: sich einem Publikum zu stellen, bewaffnet allein mit dem eigenen Witz. Vielleicht hätte sich die manische Energie, die Williams dabei an den Tag legte, wenigstens zwischendurch einmal beruhigen müssen, nicht zuletzt weil er selbst seine zeitweilige Alkohol- und Kokainabhängigkeit noch zum Material machte.“

Wir wissen nicht, ob sein Kampf gegen die Drogensucht, seine Depressionen oder der beginnende Parkinson Robin Williams zu seinem Schritt geführt haben. Dass er sich nicht um Grenzen scherte, war für das Publikum ein Glück.

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