Wir dürfen uns in Deutschland, dem Land der politischen Korrektheit, darüber freuen, dass die Fußballnationalmannschaft den Weltmeistertitel gewonnen hat. Aber wir brauchen dabei nicht gleich vollständig den Kopf zu verlieren. Claudius Seidl schreibt dazu in der FAS (20.7.14):
„Wer also heute einigermaßen erwachsen ist und trotzdem glaubt, sich selbst im Spiel der deutschen Mannschaft zu erkennen, wer im Befreiungspass von Bastian Schweinsteiger die eigene Freiheit und geistige Beweglichkeit zu entdecken glaubt, der gibt sich einer Täuschung hin. Wenn es das allseits beschworene ‚Wir‘ überhaupt gibt, dann unterscheidet es sich gewaltig von der deutschen Mannschaft. Wir sind nicht wie sie, wir können uns nicht identifizieren. Wir können sie nur
bewundern
und
verehren.
…
Das ist die Einzigartigkeit der deutschen Nationalmannschaft – und womöglich ist es auch ihre Einsamkeit. Sie sind nicht wie wir, sie sind schon gar nicht mit uns identisch – was uns, ihre Fans, in den schönsten Momenten der Weltmeisterschaft gefallen und bezaubert hat, war die Differenz, nicht das Gleichheitszeichen.“
Freuen wir uns also über den Sieg.
Und wer sich nicht freuen kann, der projiziere seine Emotionen auf andere Objekte.