559: Teile der Sexualpädagogik liegen schwer daneben.

In einem Arbeitspapier zur Bildungsplanreform 2015/18 in Baden-Württemberg wurde zur „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ aufgefordert. Schülerinnen und Schüler sollten „einen vorurteilsfreien Umgang mit der eigenen und mit anderen sexuellen Identitäten“ haben. Von vornherein merkten viele die gute Absicht. Doch es erhob sich auch vehementer Protest. Von christlichen Fundamentalisten, so schien es. „Die Jugendlichen sollten Heterosexualität in Frage stellen.“ Das Ganze hat Methode. Christian Weber hat sich angeschaut, welche (SZ 24.4.14). Dabei kommt Gruseliges heraus.

Hinter dem Konzept der sexuellen Vielfalt steht ein Teil der Sexualpädagogik. Z.B. das Buch von

Elisabeth Tuider u.a.: Sexualpädagogik der Vielfalt. Weinheim: Beltz/Juventa 2012.

Tuider leitet das Fachgebiet der Diversität an der Universität Kassel. Sie hat sich für Kinder ab 12 Übungen ausgedacht. Z.B. sollen sie den Satz „Zur Liebe gehört für mich“ ergänzen. Etwa „jeden zweiten Tag miteinander Sex haben“, „die Freiheit mit anderen ins Bett zu gehen“, „Oralverkehr“. Was halt so ansteht im Sexualleben von Zwölfjährigen.

In einer Übung sollen 14-jährige in einer virtuellen Auktion Gegenstände für alle sieben Parteien in einem Mietshaus ersteigern. darunter eine „alleinerziehende Mutter“, ein „schwules Paar“, ein „lesbisches Paar“ mit zwei kleinen Kindern, eine betreute Wohngemeinschaft mit drei Menschen mit Behinderungen (zwei Frauen mit Downsyndrom und ein Mann im Rollstuhl), eine Spätaussiedlerin aus Kasachstan. Nur eine Kleinfamilie mit Mutter, Vater und Kindern ist nicht vorgesehen. Versteigert werden u.a.: Dildo, Kondome, Potenzmittel, Handschellen, Aktfotos, Vaginalkugeln, Windeln, Lack/Latex, Leder. In einer zweiten Übung sollen die Jugendlichen sich entscheiden, ob Vibrator, Reizwäsche, Herren-Tanga, „Taschenmuschi“ oder Lederpeitsche unbedingt zu ihrer Sexualität gehören. Siebtklässler sollen sich damit auseinandersetzen, ob „Sadomasochismus und Fetischismus eigentlich nur sexuelle Vorlieben oder auch Identitätsbausteine“ sind.

Der Geschäftsführer der Gesellschaft für Sexualpädagogik Uwe Sielert (Universität Kiel) plädiert für einen pädagogischen „Dekonstruktivismus“, der bedeute „Heterosexualität, Generativität und Kernfamilie zu ‚entnaturalisieren'“. Es genüge nicht, allein für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen, Hetero- und Homosexuellen, Familien und Singles einzutreten, sondern alle existierenden Existenz- und Lebewesen müssten wertgeschätzt werden. Sieler will den Abschied von aller „Kopulationsmystik“.

So wie er liegen große Teile der Sexualpädagogik schwer daneben. Hier müssen wir wachsam sein. „Weder der Papst noch Alice Schwarzer sollten den Menschen vorschreiben, wie sie ihre Sexualität leben.“ Es helfen auch keine mechanisierten sexuellen Turnübungen.

„Eine fahrlässige Pseudo-Aufklärung ist das, wenn Sex als völlig unproblematische, unverbindlich zu nutzende Spaßquelle vermittelt wird, die nichts mit Beziehungen zu tun haben muss. Das ist es nicht, was Jungen und Mädchen benötigen, die erste Erfahrungen mit Liebe und Sex machen. Sie brauchen nicht noch extra mehr Durcheinander, als ohnehin schon in ihren Köpfen herrscht.“

 

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