536: Martin Heideggers Antisemitismus

Thomas Assheuer ist als Journalist spezialisiert auf Philosophie, Philosophiegeschichte und Theorien des europäischen Denkens. Der Redakteur der „Zeit“ kennt sich auch bei Martin Heidegger aus. Er analysiert das Erscheinen der „Schwarzen Hefte“, die in Frankreich schon so viel Furore gemacht haben („Die Zeit“, 13.3.14). Nun wissen wir aber schon, dass Heidegger Antisemit, Nazi und nach 1945 politisch unbelehrbar war. Ich kann eigentlich gar nicht verstehen, wie die Faszination dieses Mannes zustande kommt.

Nun verweist Thomas Assheuer darauf, dass Martin Heidegger Freunden anvertraut habe, er habe „die Katze noch gar nicht aus dem Sack gelassen“. Waren damit die „Schwarzen Hefte“ gemeint?

„Wenn es sich so verhält, dann ist Heideggers Katze jetzt aus dem Sack. Die ‚Schwarzen Hefte‘, fast 1.300 Seiten stark, sind in der Welt, und auch wenn mancher Gedanke darin bekannt war: Die Hefte sind ein philosophischer Wahnsinn und in einigen Abschnitten ein Gedankenverbrechen. Es gibt nun keine Beruhigung mehr. Die treuherzige Geschichte, Heidegger habe sich nur kurz, nur für einen Wimpernschlag der Weltgeschichte, vom Faschismus verführen lassen, ist falsch. Selbst dort, wo er zu Hitler auf Distanz ging, tat er es nicht aus moralischer Empörung; er tat es, weil er sich vom Regime mehr erhofft hatte.“

Wir dürfen Heidegger also mit Fug und Recht einen Rassisten und Nazi nennen. Und einen üblen Antisemiten obendrein.

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