Der 2006 gegründete Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS) hat mehr als 2.500 Mitglieder. Viele davon haben finanzielle Probleme. Hans-Werner Meyer gehört zum Vorstand des BFFS. Bekannt geworden ist er u.a. als Darsteller des Dieter Baumann in „Ich will laufen“ oder als Darsteller des Klaus Rainer Röhl in „Der Baader Meinhof Komplex“. Claudia Tieschky hat Meyer zur Lage der Schauspieler in Deutschland befragt (SZ 10.2.14).
SZ: Ist das Problem, wie man so oft hört, dass es immer mehr Schauspieler gibt in Deutschland?
Meyer: Das ist eines der vielen unwahren Vorurteile, die Zahl hat sich seit Jahren nicht verändert. Es gibt nicht mehr Schauspieler. Es gibt einfach immer weniger Produktionen.
SZ: Woran liegt das?
Meyer: Nach der Kirch-Pleite ist vieles weggefallen. Die Privatsender müssen natürlich Rendite erwirtschaften. Sat 1 immerhin produziert tapfer weiter, RTL aber kaum noch und die öffentlich-rechtlichen Sender mit ihrem Kulturauftrag ebenfalls immer weniger Fernsehfilme. Woran das liegt bei all den Gebührenmilliarden, vermag ich nicht zu sagen, das wird ja nicht transparent gemacht. Wir weisen seit Jahren darauf hin, dass die Budgets hinten und vorne nicht reichen. Ich frage mich, ob das überhaupt ernst genommen wird. Als jetzt klar wurde, dass die Gebührenumstellung mehr Geld bringt, riefen alle nur nach Gebührensenkung.
SZ: Die Produzentenallianz hat verlangt: Lasst das Geld den Sendern.
Meyer: Wir auch. Das wäre doch endlich die Situation, in der man die Fiktion so ausstattet, dass sie nicht ständig unter prekären Verhältnissen arbeitet. …
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SZ: Was heißt gehobenes Einkommen?
Meyer: Wir haben ein Gutachten bei der Universität Münster in Auftrag gegeben. Danach verdienen vier Prozent der Schauspieler mehr als 100.000 Euro im Jahr. 70 Prozent nicht mehr als 30.000 – das sind die Größenordnungen.
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