Der international berühmte russische Regisseur Kirill Sebrennikow hat Russland mittlerweile verlassen. In einem Interview mit Peter Kümmel (Zeit 12.5.22) macht er dazu Bemerkungen:
„Ich wuchs in den letzten Jahren der Sowjetunion auf, und das war ein wirklich verrotteter Staat. Korruption und Alkoholismus waren allgegenwärtig, die Leute spürten, dass sie hier keine Zukunft hatten. Aber an jedem öffentlichen Gebäude hingen riesige Transparente, Plakate mit der Aufschrift ‚Frieden‘. Wir brauchen Frieden für die Welt! Die Ideologie der Sowjetunion war sehr heuchlerisch. Einerseits bestand Einigkeit darüber, dass Krieg das Allerschlimmste ist, etwas, das nie passieren darf. Andererseits führte man Krieg in Afghanistan.“
„… vielleicht hatte ich keine Ahnung, wie dieses Volk ist, und verweilte in romantischen Illusionen.“
„Das Volk unterstützt das Regime. In Russland funktioniert Widerstand nicht.“
„Es war ein großer Fehler des Westens, zu glauben, wenn wir den Rusysen Visa, Mastercard, McDonald’s, Ikea wegnehmen, dann werden sie den Kreml stürmen. Das wird nicht passieren. Der russische Hauptaffekt ist das Gekränktsein, die Verbitterung und die Empfindung, dass die Staatsmacht das Richtige tut.“