3239: Angriffe auf Journalisten nehmen zu.

Im Jahr 2020 hat es in Deutschland 252 Übergriffe auf Journalisten gegeben. Im Zusammenhang damit kam es  zu 22 Körperverletzungen, 33 Sachbeschädigungen, vier Brandstiftungen, mehr als 29 Fällen von Bedrohung und Nötigung, Volksverhetzung, Raub, Erpressung. Damit hat sich die Zahl der Vorfälle im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. 144 Angriffe sind von Personen aus dem rechten Spektrum und von Rechtsextremisten unternommen worden.

Der Deutsche Presserat, der freiwillige Zusammenschluss von Journalisten und Verlegern, hat darufhin die Bestimmungen des Pressecodex geändert. Die Grünen-Abgeordnete Irene Mihalic sagte: „Unabhängige Berichterstattung scheint ausweislich der Zahlen eine besondere Zielscheibe gerade für Rechtsextreme und die Bewegung der Corona-Leugner zu sein.“

Der Deutsche Journalistenverband (DJV) sprach von vermehrten Angriffen aus den Reihen der „Querdenker“ und bemängelte das manchmal zu zögerliche Eingreifen der Polizei in diesen Fällen. „Polizisten sind auch zur Durchsetzung der Grundrechte da. Und dazu gehört nun mal Artikel 5 der Verfassung, die Presse- und Meinungsfreiheit.“ Auf Grund der hohen Zahl der Angriffe auf Journalisten wird es immer aufwendiger, alle Übergriffe zu verfolgen und zu verifizieren (Florian Flade/Ronen Steinke, SZ 21.1.21).

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