Für mich war „The Last Picture Show“ (1971) „sein“ Film. Peter Bogdanovich zeigte uns eine kleine Provinzstadt in Texas, wirtschaftlich und gesellschaftlich am Ende. Weite leere Himmel. Das Kino der Stadt muss schließen. „Petting und erste Liebe, Jeff Bridges und Cybill Shepherd, beide ganz jung, und der alte Ben Johnson, aus ‚Wagon Master'“ (Fritz Göttler, SZ 30.7.19), der dann für die beste Nebenrolle den Oscar bekam. So authentisch hatten wir Hollywood selten gesehen. Es war damals „New Hollywood“. Viel versprechend.
Bogdanovich war 1964 aus New York nach Hollywood gegangen. Gestartet war er als Schauspieler. Das Filmemachen hatte er sich selber beigebracht, hatte tausende von Filmen gesehen, machte sich dazu penibel Notizen. Noch in New York kuratierte er Retrospektiven und schrieb fulminant über Film und Kino. Es gibt tolle Interviews mit Alfred Hitchcock, John Ford und Howard Hawks. Bogdanovich brachte dem Kino etwas Neues in der Tradition von Ernst Lubitsch und John Sturges. Aber mit dem „New Hollywood“ war es bald wieder vorbei. Und Peter Bogdanovich hatte wirtschaftliches Pech mit einigen ambitionierten Projekten. Zeitlebens verehrte und unterstützte er Orson Welles. Nun ist er selber schon 80 Jahre alt geworden.