2321: Mollath verlangt 1,8 Millionen Euro vom Freistaat Bayern.

Vor dem Landgericht München I findet nächste Woche ein Zivilprozess um Amtshaftungsansprüche statt. Gustl Mollath, 62, der mehr als sieben Jahre zu Unrecht in der Psychiatrie gesessen hat, verlangt von Bayern 1,8 Millionen Euro Schadensersatz. Für 2.747 Tage hinter Psychiatrie-Gittern. Wie das Gericht mitteilte, hat der Freistaat Mollath bereits 70.000 Euro gezahlt.

Mollath, der wegen zahlreicher Mahnbriefe an Behörden und den Papst als Querulant galt, war ein Justizopfer. Seine inzwischen verstorbene Frau hatte ihm vorgeworfen, sie geschlagen, getreten, gebissen und gewürgt zu haben. Gutachter hatten ihm eine psychische Störung attestiert. Ein Grund: Mollath hatte seine Frau und weitere Mitarbeiter der Hypo-Vereinsbank sowie einige Kunden wegen Steuerhinterziehung, Schwarzgeld- und Insidergeschäften verklagt. Die Staatsanwaltschaft hatte die Klage abgelehnt. Sechs Jahre nach dem Verfahren, 2012, wurde in einem internen Revisionsbericht der Hypo-Vereinsbank klar, dass Mollath überwiegend Recht gehabt hatte. Das OLG Nürnberg ordnete die Wiederaufnahme des Verfahrens und die sofortige Freilassung Mollaths an. 2014 wurde er vom Landgericht Regensburg freigesprochen (dpa, SZ 15.3.19).

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