2128: WDR-Ermittlungseifer: mangelhaft

Dass der WDR dringend einen Kulturwandel braucht, eine Verbesserung des Betriebsklimas und mehr gegenseitige Wertschätzung, konstatiert Monika Wulf-Matthies in ihrem Bericht „#MeToo – Die Verantwortung des WDR als Arbeitgeber“. Die ehemalige DGB-Vorsitzende hatte untersucht, wie der Sender in der Vergangenheit mit Vorwürfen sexueller Belästigung umgegangen sei. Wulf-Matthies konstatierte ein starkes Machtgefälle zwischen Führungsebenen und Beschäftigten und zwischen Redakteuren und freien Mitarbeitern. Bis 2015 hatte es kein geregeltes Verfahren zum Umgang mit Beschwerden wegen sexueller Belästigung gegeben. Nach Wulf-Matthies Meinung hätte die Aufklärung der Beschwerden in der Vergangenheit mit höherem Ermittlungseifer betrieben werden können.

WDR-Intendant Tom Buhrow: „Ich möchte im Namen des WDR um Entschuldigung bitten, bei all jenen, denen so etwas widerfahren ist.“

Die zu treffenden Maßnahmen würden mit dem Personalrat besprochen. „Das wird zu Konsequenzen führen.“ Besonders in der Kritik gestanden hatten Tina Hassel, Chefin der Auslandsredaktion, und Jörg Schönenborn, der Fernseh-Chefredakteur. Sie hatten ihre einschlägigen Untersuchungen 2010 begonnen, waren aber zu keinem fassbaren Ergebnis gelangt. Buhrow: „Beide haben sich nach dem damaligen Kenntnisstand mit den Fällen gewissenhaft auseinandergesetzt.“ Das ist insbesondere wichtig für Jörg Schönenborn (Hans Hoff, SZ 13.9.18). Er kann Fernseh-Direktor bleiben.

Journalistisch ist das sehr zu begrüßen.

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