So begrüßenswert der gemeinsame Einmarsch von Süd- und Nordkorea unter einer neutralen Flagge bei den Olympischen Winterspielen in Pyöngchang 2018 war und so sympathisch die Kontaktaufnahmen der beiden Seiten, so dürfen wir deswegen für eine friedliche Entwicklung nichts erwarten. Sie entspräche nicht den Interessen Nordkoreas. Diese repressive kommunistische Diktatur, die zur Versorgung ihrer Bevölkerung auf Nahrungsmittel der Vereinten Nationen (UN) angewiesen ist, hat als ihre Staatsräson die Feindschaft zu den USA und Japan und zur damit verbundenen „freien Welt“. Sie hat sich sogar ein Stück weit aus der Einflusssphäre Russlands zum einen und der Volksrepublik China andererseits gelöst. Wie das finanziell funktionieren konnte, weiß ich nicht. Russland und China vertreten Nordkoreas Interessen im UN-Weltsicherheitsrat nur, weil es dabei gegen die USA geht.
Die Olympischen Spiele haben noch nie eine friedliche Entwicklung gefördert. Als Beispiele nehme ich hier nur solche, die in großer terminlicher Nähe zu Olympischen Spielen standen. Olympia hat nicht verhindert
– die Niederschlagung des ungarischen Aufstands 1956 durch die Sowjetunion,
– den Einmarsch der Warschauer Pakt-Staaten in die CSSR 1968,
– die Eroberung Afghanistans durch die Sowjetunion 1980 und
– die Annexion der Krim durch Russland 2014.