Der spanische Fußballverbands-Chef Angel Maria Villar Llona ist von der spanischen Polizei verhaftet worden. Er wird der Korruption und der Unterschlagung bezichtigt. Villar ist drei Jahrzehnte lang der spanische Fußballboss. Seit einem Vierteljahrhundert besetzt er auch internationale Spitzenämter. Sein Sohn Gorka gehört dem Fifa-Reformkomitee an, kurz nachdem die US-Bundespolizei erstmals Fifa-Spitzenfunktionäre aus einem Zürcher Nobelhotel in die vergitterten Auslieferungsbaracken der Stadt umgesiedelt hatte. Im Reformkomitee arbeitet Sohn Villar eng mit Scheich Ahmed al-Sabah (Kuweit) zusammen, der sein Amt aber ruhen lässt, seit er von der US-Justiz als „Mitverschwörer“ in einer
Korruptionsorgie
bezeichnet wurde. Seine Funktion beim IOC übt er weiter aus.
Vater und Sohn Villar gehören zu den engsten Unterstützern von Fifa-Präsident Gianni Infantino (Schweiz). Infantino hat durch seine Affären Sepp Blatter (Schweiz) bereits vergessen lassen. Kürzlich wurden die Chefs der Fifa-Ethik- und Compliancekomitees von Infantino abgesetzt. Infantino war bis 2016 Uefa-Generaldirektor, zuletzt unter einem Interimspräsidenten Villar Llona. Inzwischen ist etwa ein von ihm unterzeichneter zweifelhafter Fernseh-Vertrag in den Panama-Papers aufgetaucht (Thomas Kistner, SZ 19.7.17).
Ja, dann mal immer munter weiter so, liebe Fifa!