1637: Motordoping ?

Als 2010 der Schweizer Radprofi Fabian Cancellara bei Frühjahrsklassikern scheinbar mühelos am Berg seine Geschwindigkeit steigerte, kam zum ersten Mal der Verdacht des Motordopings auf. Die Unterstützung der Radfahrer durch versteckte Motoren. Der ehemalige Direktor der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD, Jean-Pierre Verdy, berichtete von einem Dutzend Fahrer, die bei der Tour de France 2015 Motordoping betrieben hätten, lieferte aber keine Beweise.

Die Technik existiert, entwickelt wurde sie für E-Bikes. Bei der aktuellen Tour de France werden alle Bauteile von Fahrrädern untersucht, in denen ein Motor versteckt sein könnte: Rahmen, Tretlager, Nabe, Reifen. Neueste Prüftechnik wird eingesetzt. Magnetfelder schlagen an, wenn sie andere Magnetfelder kreuzen. Eingesetzt werden Wärmebildkameras, einige schon 2016. Dabei zeigte sich, dass manche Tretlager auffällig erhitzt waren. Die zu testenden Räder werden nach Siegen oder besonders guten Leistungen ihrer Besitzer ausgesucht.

Die einzige Radfahrerin, die bisher des Motordopings überführt wurde, war die Belgierein Femke van den Driessche, in deren Rad im Februar 2016 ein Motor gefunden wurde. Die Belgierin behauptete, dass sie das Fahrrad mit dem ihres Freundes verwechselt habe … (Johannes Knuth, SZ 18.7.17)

Wenn wir uns eine Meinung bilden wollen, wie es beim Motordoping aussieht, dann brauchen wir ja nur daran zu denken, wie bisher beim Fahrradfahren betrogen wurde, wenn es die Chance dazu gab.

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