Jamaika bezieht seinen Charme daraus, dass es so eine kleine Insel mit nur 2,7 Millionen Einwohnern und so unbedeutend ist. In der Leichtathletik und speziell im Sprint erscheint es aber manchmal wie eine Großmacht. Ich habe als Kind 1952 bei den Olympischen Spielen in Helsinki schon die McKenley, Rhoden und Wint bewundert (im Radio und in Illustrierten), welche die Strecken von 100 bis 800 m dominierten. Insbesondere seit Peking 2008 werden die jamaikanischen Sprinter wieder sehr bewundert.
Nun hat das Dopinglabor in Lausanne 2016 bei einer Überprüfung der 2008 in Peking abgegebenen Proben festgestellt, dass u.a. „männliche Sprinter der Karibikinsel“ geringe Mengen von Clenbuterol im Blut gehabt hatten, das in der Regel in der Kälbermast eingesetzt wird und schon mehrmals in der Dopinggeschichte eine Hauptrolle gespielt hatte. Außer von
Nesta Carter,
der schon im Januar 2017 des Dopings in Peking überführt wurde, wissen wir aber nicht, wer von den anderen drei Mitgliedern der jamaikanischen 4 mal 100 m-Staffel gedopt war:
Usain Bolt,
Asafa Powell oder
Michael Frater.
Das IOC, das von den Befunden seit 2016 wusste, hat sie nicht veröffentlicht. Wahrscheinlich um die Olympischen Spiele in Rio nicht zu gefährden. Insofern erscheint das IOC als eine kriminelle Vereinigung. Berichtet hat uns dies die ARD-Doping-Redaktion unter Leitung von
Hajo Seppelt.
Sie hat in den letzten Jahren mehrfach Dopingfälle mit aufgeklärt und darüber informiert. Der Mexikaner Angel Heredia, der zunächst Spitzenathleten in aller Welt mit Schnellmachern, Wachstumshormonen, Epo und Testosteron versorgt hatte und dann
Kronzeuge des FBI
geworden war, hat der ARD-Doping-Redaktion bestätigt, dass jamaikanische Sprinter Clenbuterol genommen haben. In Peking 2008 war der polnische Ruderer Adam Seroczynski für zwei Jahre gesperrt worden, weil er das Mittel genommen hatte.
Für jamaikanische Sprinter gelten wohl andere Gesetze (Thomas Kistner/Johannes Knuth, SZ 3.4.17).