Auf der Betreiben der besonders konservativen Kreise der Duma, die mit der russisch-orthodoxen Kirche in Verbindung stehen, wird in Russland die Prügelstrafe in Familien wieder eingeführt. Das neue Gesetz ändert den Tatbestand „Prügel“ in Paragraph 116 des Strafgesetzbuchs. Danach dürfen „nahe Personen“ geprügelt werden, wenn es zwar zu Schmerzen, zu einem blauen Auge oder Schürfwunden kommt, aber nicht zu weiteren körperlichen Schäden.
In Russland werden jedes Jahr etwa 12.000 Frauen von ihren Partnern oder nahen Verwandten getötet, 36.000 verprügelt. Die orthodoxe Kirche verkündete, die körperliche Strafe sei nicht schlecht, wenn sie „aus Liebe“ erfolge. Die Abgeordnete Jelena Misulina befürwortete die Gesetzesänderung nachdrücklich. Sie hatte kürzlich das Gesetz gegen „Propaganda für nichttraditionelle sexuelle Orientierungen“ eingebracht (Friedrich Schmidt, FAZ 28.1.17).