1441: Heinrich Senfft gestorben

Es ist für mich ein passendes Zusammentreffen, dass die Töchter der Journalisten-Legenden Rudolf Augstein (1923-2002) und Günter Gaus (1929-2004), Franziska Augstein (SZ 19.1.17) und Bettina Gaus (taz 17.1.17), über den Tod von Heinrich Senfft schreiben. Senfft (1928-2017) war ein auf Medienrecht spezialisierter Strafverteidiger, der viele seiner Mandanten vor Gericht freibekommen hat, ein gebildeter und sprachmächtiger Mann. Eines seiner beeindruckendsten Stilmittel war die Ironie.

Linke oder als links bezeichnete Publizisten wie Rolf Hochhuth, Günter Wallraff und Friedrich Christian Delius verdankten Senfft ihre Freisprüche. Dabei war Senfft gewiss kein Linksradikaler, sondern ein Bürger durch und durch. Er baute auf den Rechtsstaat. Die DDR hielt er für einen schlechten Staat, was ihn nicht daran hinderte, von dort stammende Prominente wie Markus Wolf, Hermann Kant und Gregor Gysi erfolgreich zu verteidigen. Gregor Gysi wurde vieler Dinge beschuldigt, was sich vor Gericht als nicht bewiesen herausstellte.

Senfft hat mit Melancholie, ja sogar Schwermut auf den sehr frühen Tod seiner zweiten Frau reagiert. Er sah die politische Entwicklung in Deutschland mit Skepsis.

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