Der ehemalige langjährige Chefredakteur der „Frankfurter Rundschau“, Werner Holzer, ist 90 Jahre alt geworden. Als Soldat im Zweiten Weltkrieg wurde er schwer verwundet, studierte dann in München und wurde Journalist beim „Mannheimer Morgen“, bei der „Süddeutschen Zeitung“ und bei der „Abendzeitung“. Er war einer der Ersten, die regelmäßig und kundig über die „Dritte Welt“ berichteten. 1973 wurde er für fast zwanzig Jahre Chefredakteur der „Frankfurter Rundschau“. Er war ein „weltgewandter und liberaler Herr, ein besessener Reporter und ein starker Kommentator“. Zu seiner Zeit war die „Frankfurter Rundschau“ ein Blatt von bundespolitischem Gewicht. Werner Holzer „konnte Kommentare schreiben, die man nicht nach zehn Minuten schon wieder vergessen“ hatte (Heribert Prantl, SZ 21.10.16).