1329: Klaus Harpprecht gestorben

Bekannt geworden war er als Redenschreiber Willy Brandts. Der 1927 in einem Tübinger Pfarrhaus geborene Klaus Harpprecht. Bei Brandt leitete er die „Schreibstube“. Und er prägte den sozialdemokratischen Stil jener Zeit. Mit seiner These von der „neuen Mitte“ und mit dem Satz, dass die Deutschen stolz sein könnten auf ihr Land, was der SPD einen neuen Patriotismus ermöglichte. Wir sollten uns heute daran erinnern.

Als Journalist war Harpprecht gestartet bei „Christ und Welt“, einer konservativen evangelischen Wochenzeitung. Aber der Journalismus war keineswegs sein einziges Betätigungsfeld, wo er Kommentator des Rias Berlin und des WDR war und USA-Korrespondent des ZDF. Gegen Ende seines Lebens lehrte Klaus Harpprecht Journalismus an der Universität Wien. Erfahrungen dafür hatte er zudem als Paris-Korrespomndent der „Zeit“ und als Chefredakteur von „Geo“ gesammelt.

Klaus Harpprecht war ebenso Redakteur der Zeitschrift „Der Monat“ gewesen, als sie noch vom CIA mitfinanziert wurde. Und er reussierte als Leiter des S. Fischer-Verlags. Harpprecht war kein Hans Dampf in allen Gassen, sondern ein weltkluger Grandseigneur. Der seit dem Ende der fünfziger Jahre mit der kritischen und scharfzüngigen Autorin Renate Lasker-Harpprecht, die Auschwitz überlebt hatte, verheiratete Autor lebte seit 30 Jahren in Südfrankreich nahe St. Tropez. Er hat Bücher geschrieben über die „Lust der Freiheit“, den Seelsorger des deutschen Widerstands im Nationalsozialismus, Harald Poelchau, und Thomas Mann. Gut 2.000 Seiten (Heribert Prantl, SZ 22.9.16).

Klaus Harpprecht, dieser große Publizist und Literat, ein gänzlich undogmatischer Charakter, schätzte die aufklärerische Kraft Amerikas. Wir werden diesen geistreichen Mann vermissen.

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