1256: Prokop-Brief an Bach wegen Olympia in Rio

Der Präsident des Deutschen Leichtathletikverbands (DLV), Clemens Prokop, hat wegen Olympia in Rio 2016 einen Brief an den IOC-Präsidenten Thomas Bach (Deutschland) geschrieben. Darin verlangt Prokop, der Direktor des Amtsgerichts Regensburg ist, russischen Leichtathleten, die einem System des Staatsdopings wie in der Sowjetunion unterliegen, keine Hintertür zu den Olympischen Spielen in Rio zu eröffnen. Die Chancengleichheit bei den Olympischen Spielen von 2008 und von 2012 sei offensichtlich nicht gegeben gewesen. Es habe beim Nachtest 55 positive Doping-Ergebnisse gegeben, davon 22 russische.

„Damit sind nicht nur Athletinnen und Athleten betrogen worden, auch das IOC und die olympische Idee sind hintergangen worden. Ich bitte Sie daher, die Sorge der Athletinnen und Athleten ernst zu nehmen und alle Möglichkeiten für glaubwürdige und chancengleiche Wettkämpfe in Rio auszuschöpfen. Dies sind wir gemeinsam den Athletinnen und Athleten schuldig.“ Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) geht Hinweisen auf weitere Manipulationen in anderen russischen Verbänden nach.

Thomas Bach hatte in einem FAZ-Beitrag vom 18. Mai bereits nach Möglichkeiten gesucht, das Startverbot für die russischen Leichtathleten in Rio zu umgehen.

In Russland werden die Doping-Kontrollen seit November 2015 von der britischen Anti-Doping-Agentur durchgeführt. Der Hammerwerfer Sergej Litwinow hat mitgeteilt, er sei sieben Monate ohne Kontrolle gewesen. Prokop wendet sich nicht ausschließlich gegen Russland, sondern auch gegen

Eritrea, Äthiopien, Kenia und Marokko.

Noch immer ist nicht geklärt, welche elf (11) Weltverbände olympischer Sportarten außer den Boxern Doping-Tests vollständig verweigern.

Clemens Prokop: „Der Sport erlebt eine Glaubwürdigkeitskrise. Wenn wir nicht handeln, wird er in sich zusammenbrechen.“ (Michael Reinsch, FAZ 11.6.16)

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