1243: Gauland beleidigt Boateng.

Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland hat Jerome Boateng (FC Bayern München) beleidigt, der einen ghanaischen Vater und eine deutsche Mutter hat und in München-Grünwald wohnt. Gauland sagte der FAS (29.5.16): „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“

Hier kommt zum Ausdruck, was Personen wie Gauland gerne unter dem Mantel der Wohlanständigkeit verbergen. Als „feiner Pinkel“ hat er schon Propaganda für den ebenfalls gerne als Biedermann auftretenden Walter Wallmann (CDU) gemacht. Politische Beobachter erwarten ohnehin, dass bei der AfD bald die vorgeschobenen Darstellerinnen wie Frauke Petry von Menschen wie Alexander Gauland an der Macht abgelöst werden. Damit würde sich

blanker Rassismus

durchsetzen.

Der DFB-Präsident Reinhard Grindel hat die Äußerungen Gaulands als „geschmacklos“ bezeichnet. Boateng sei „ein herausragender Spieler und ein wunderbarer Mensch, der sich übrigens auch gesellschaftlich stark engagiert und für viele Jugendliche ein Vorbild ist“. Oliver Bierhoff: „Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir mit solchen Aussagen konfrontiert werden. Sie bedürfen keiner weiteren Kommentierung, die Personen diskreditieren sich von alleine.“

In seiner Grünwalder Wohngegend, im Getränkemarkt und auf der Tankstelle ist Boateng übrigens beliebt. Er ist kein Moslem, sondern gläubiger Christ. In einem Gespräch mit der FAS (hier: 1046, 7.10.15) hatte Boateng gesagt, er könne sich vorstellen, Kapitän der deutschen Fußballnationalmannschaft zu werden. „Als erster farbiger Kapitän wäre das mit Blick auf die Integration auch ein starkes Zeichen nach außen, auf das ich sehr stolz wäre.“

Ich (W.S.) betrachte mich als fußballbegeisterten Zuschauer. Schon vor und während der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 war mir aufgefallen, dass viele Fans sich über die Siege der deutschen Mannschaft nicht richtig freuen konnten, nicht einmal über den Gewinn der Weltmeisterschaft. Das lag daran, dass Spieler wie Sami Khedira, Mesut Özil und Jerome Boateng dabei Hauptrollen spielten. Die Kritik an Bundestrainer Joachim Löw, der vielen nicht „germanisch“ genug erscheint, ließ sich kaum unterdrücken.

Aber wenn man Weltmeister wird!

Wir Deutschen sind ja keineswegs alle Rassisten. Ich fühle mich aber von Rassisten wie Alexander Gauland bedroht.

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